Ärztehaus II im St.-Agnes-Hospital: Neuer Magnetresonanztomograph in radiologischer Praxis installiert

Es ist eine schwere Geburt, die fast vier Stunden lang dauert. Doch dann ist es geschafft: Vorsichtig setzt der Kran das rund sechs Tonnen schwere „Baby“ von Dr. Martin Krüger ab. Erleichtert atmen der Radiologe und sein Praxisteam auf, als der rund zwei Millionen Euro teure Magnetresonanztomograph vom Haken gelassen wird.

Magnetresonanztomograph2Auch Steffen Quelle ist erleichtert. Mit Fingerspitzengefühl hat der 39-jährige Kranführer seine teure Last durch ein Loch im Dach des neuen Ärztehauses am St.-Agnes-Hospital in die Praxisräume gehievt. Dort macht sich Erleichterung breit, es wird applaudiert und fotografiert. Bereits kurz nach 8 Uhr stehen die beiden Spezialtransporter zum Entladen auf ihren Positionen. Auch der Kranwagen ist einsatzbereit. Den 36 Meter langen Kranausleger fährt Steffen Quelle auf 22 Meter aus. Schnell setzt er nacheinander die fünf Leichtbetonplatten auf dem Boden ab, die das für den MTR-Transport vorgesehene Loch im Dach des Ärztehauses abdecken. Durch die dreimal drei Meter große Lücke schweben wenige Stunden später mehrere bis zu 800 Kilogramm schwere Elektronikschränke und der zwei Meter lange MTR in die Praxisräume. Derweil läuft der Praxisbetrieb in dem neuen Gebäude weiter.

Dr. Martin Krüger ist stolzauf seinen MTR. „Das Gerät wurde erst im Dezember bei einem Radiologen-Kongress in Chicago vorgestellt und wird jetzt erstmalig in Deutschland in einer radiologischen Praxis installiert“, sagt er. Fasziniert schaut er zu, wie die Männer auf den Ladeflächen der Spezialtransporter jedes Frachtstück mit Gurten sichern und an den Haken des Krans hängen. Dann schweben sie in acht Metern Höhe über das Dach des Ärztehauses, bevor sie im Gebäude verschwinden. Es ist kalt. Eine Mitarbeiterin der radiologischen Praxis bietet heißen Kaffee an. Dankbar greifen die Männer zu. Eine kurze Pause, dann geht es weiter. Wenig später ist es soweit: Der Sechstonner hängt am Haken des Krans. Langsam schwebt das in Plastikhüllen verpackte Hi-Tech-Gerät in die Höhe, verharrt für einige Minuten über dem Deckenloch. Die Köpfe der Zuschauer im MTR-Raum – dort, wo das Gerät künftig stehen wird – sind nach oben gerichtet. Zentimeterweise lässt der Kranführer seine Fracht nach unten. Mit Führungsleinen bringen zwei Männer das Riesenpaket in seine richtige Position, bevor es endgültig am Boden aufsetzt. Dann ist es geschafft, der „MRT Philips Ingenia 3 Tesla“ ist im Ärztehaus II des Bocholter Krankenhauses angekommen.

70-Zentimeter-Röhre

Noch bis zum 28. November werde es dauern, bis der „MRT-Philips- Ingenia-3-Tesla“ installiert und in Betrieb genommen werde, sagt Dr. Martin Krüger. Das digitale Gerät verfüge über eine 70 Zentimeter breite Röhre, was kürzere Untersuchungszeiten und eine höhere Bildqualität ermögliche, fügt der Radiologe hinzu. Am Mittwoch, 30. November, lädt er von 14 bis 18 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ in seine Praxis ein.

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